around the world


Letzter Eintrag…
April 27, 2008, 10:23 am
Filed under: Reiseverlauf

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So meine Lieben,

das hier wird vorraussichtlich mein letzter Eintrag werden, denn ich habe noch genau 2 Tage hier in Tokyo. Den Mittwoch zaehle ich einfach mal nicht mit, denn da muss ich ja schon zum Flughafen.

Die letzte Woche habe ich wieder bei Jun verbracht und Tokyo noch ein bisschen auf mich wirken lassen. Jun nimmt mich auch wieder sehr gastfreundlich bei ihm auf, gewaehrt mit also Obdach, sorgt fuer den niemals endenden Zufluss an Nahrung etc. Daher hier mal ein dickes „Danke“ und eine kleine Homage an Jun mit diesem Bild, das ihn mit dem groessten Buegelbrett der Welt zeigt:

Beim Tokyo-geniessen kam mir leider des Oefteren das Wetter in die Quere, da es eine zeitlang echt aus Eimern geschuettet hat. Aber so hatte ich wenigstens Zeit zum shoppen 😀 und das habe ich auch getan. Hauptsaechlich Souvenirs, Mitbringsel und einfach funky stuff fuer euch daheim! Ich hab das Ganze vorsichtshalber mal per Post im Voraus geschickt, das wird dann (hoffentlich) so ne Woche nach mir ankommen. Satte 4,5kg is das Paket schwer geworden, aber den ganzen Kram haette ich sowieso nie im Flugzeug mitbekommen („Entschuldigen Sie, aber das ist kein Eigenbedarf. Wenn Sie mir bitte folgen wuerden…“) 😀

Aber neben diesem ganzen Zeug hab ich auch meine Kameraausruestung erweitert. Ich bin ganz alleine (jahaa!) in den grossen Elektronikfachhandel gegangen und hab mir zu meiner neuen Canon EOS 40D das passende Tokina Superweitwinkel 11-16mm F2.8 gekauft und mit dem Haendler so lange diskutiert (in gebrochenem Englisch…), bis er mir einen Fernausloeser gratis dazu gegeben hat 😀 Ha! Meine Ausbildung war also doch zu was nuetze … hier mal ein Bild meiner „Kyoko“, das ist ein japanischer Frauenvorname und bedeutet „der Spiegel“, dachte mir das passt doch ^^

Ich hab es mir dann natuerlich auch nicht nehmen lassen mit meiner neuen Freundin eine Fototour „Tokyo bei Nacht“ zu unternehmen, die Bilder folgen dann auf deviantArt, denn Jun hat keinen CF Cardreader hier. War aber sehr cool, bin auf den Tokyo Tower rauf und von dort die wunderbare Aussicht genossen. Hier mal eine kleine Preview (mit der kleinen Fuji gemacht):

Danach gings dann noch weiter zu den wirklich neonreichen Gegenden, aber wie gesagt, dazu mehr naechste Woche.

Heute waren wir im Yoyogipark, wo sich jeden Sonntag diejenigen treffen, die sehen und gesehen werden wollen. Einige kennen vielleicht die Bilder aus Tokyo, wo verkleidete Maedchen sich mit Touristen fotografieren lassen, angezogen als Mangafigur oder Gothiclolita etc. Nunja, genau das passiert eben im Yoyogipark 🙂 aber das alleine waere ja viiiiiiel zu langweilig. Darum gibt es eine Strasse am rand des Parks, wo alle paar Meter eine Band performt. Egal ob Punk, Rock, Electrotrash….es gibt einfach fuer jedes Genre eine Band und die meisten sind einfach nur zu geil anzuschauen!! Und am Anfang des Parks gibt es noch die Rockabillies, die gegelte Haare, enge Jeans, Stiefel udn sogar nen Cadillac El Dorado hatten und zu Rock`nRoll Musik tanzen. Abgefahren! Hier mal ein paar Eindruecke:

Ich hab auch mal zwei Bands aufgenommen und das Ganze auf YouTube hochgeladen, die Videos koennen hier bestaunt werden:

Leider gestaltet sich die Rueckreise ja nicht so toll, da mein Weiterflug von Mailand aus gestrichen wurde, darf ich eine Nacht dort verbringen (die Hotelbewertungen waren durch die Bank weg alle grottenschlecht 😉 ) und komme dann laut Plan Donnerstag Vormittag in Duesseldorf an.

Freue mich schon wieder auf zu Hause, wenn ich euch lustige Geschichten erzaehlen kann und ihr mir berichtet, was in der Zwischenzeit so zu Hause abgegangen ist. Und mit ein bisschen Glueck habe ich noch eine kleine Ueberraschung fuer euch, dazu aber mehr, wenn ich wirklich wieder daheim bin.

Zum Schluss noch ein Bild von mir mit einem meiner Lieblingsprodukte aus den abertausenden Getraenkeautomaten (man, wie ich die vermissen werde…), dem allseits beliebten „Super H2O“ 😀

Bis naechste Woche!!

Euer Daniel

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NACHTRAG: Bilder
April 20, 2008, 10:37 am
Filed under: Reiseverlauf

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So ihr Lieben,

hier sind die nachgetragenen Bilder. Bin heute wieder gesund und munter, nach 9h Zugfahrt durch halb Japan, bei Jun in Tokyo angekommen.

Hier seht ihr Matsuyama, mit seinem beruehmten Dogo-Onsen, der wunderbaren mechanischen Uhr, die zu jeder vollen Stunde ein kleines Konzert gibt und die Burg von Matsuyama…

     

Ja, ich weiss, boeses Starbucks, boeser Global Player….boese…aber das ist nunmal der einzige Ort, wo man diesen absolut geilen Matcha Frappucino bekommt! Ich will das auch in Deutschland haben!!

Dass die Japaner in der U-Bahn schlafen, habe ich ja bereits erwaehnt, aber welche Ausmasse das annimmt, kann man hier sehr schoen erkennen. Das Maedel ist irgendwann eingestiegen, hat ihr kleines Kissen auf den Ausklapptisch gelegt und *zack* weg war sie, in friedlichen Traeumen schlummernd…das zweite Bild zeigt meinen Kampf mit dem kulturellen Groessenunterschied, hier wunderbar dargestellt an der Eingangstuer zu meinem Zimmer im Ryokan in Fukuoka…boah, wie oft ich mir da meinen Kopf gestossen habe!

 

Zum Schluss noch ein Bild der Friedensstatue in Peace Memorial Park in Nagasaki. Die Bedeutung der Statue ist folgende: der Arm nach oben mahnt vor den Gefahren durch Kernwaffen, der andere symbolisiert den Frieden, das angewinkelte Bein stellt Meditation, also Besinnung, dar und das linke Bein, steht fest auf dem Grund, um zu zeigen, dass wir fuer den Frieden einstehen muessen. Gut, das haette ich alles jetzt nicht so gedeutet, aber zum Glueck stand ja das Informationsschild daneben…des Weiteren sind viele, viele Tausende gefaltete Kraniche zu sehen (die bunten Dinger im Bild). Das ruehrt von einem japansichen Sprichwort her „Wenn man 1000 Kraniche faltet geht ein Wunsch in Erfuellung“. Die Kraniche verteilen sich ueber den park und das Museum und stehen fuer den Wunsch nach Frieden…es sind wirklich tausende!

So, das wars erstmal wieder von mir, schoenes Restwochenende euch allen!



Impressionen: Matsuyama – Kochi – Fukuoka
April 17, 2008, 9:57 am
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Konban-wa liebe Freunde des fernen Asiens,

leider gibt es zu diesem Artikel keine Bilder. Der Internetanschluss im Ryokan ist zwar gratis, besitzt aber keinen xD Cardreader. Aber die Bilder werden Sonntag nachgeliefert 😉

Manche von euch fragen sich jetzt „Hae, was ist ein Ryokan? Kann man das essen?“ Nein, kann man nicht. Ein Ryokan ist ein traditionelles japanisches Gasthaus, am ehesten vergleichbar mit alteingesessenen Pensionen in Oesterreich. Ich habe mich hier einquartiert, erstens, weil die JuHe sowieso fast genauso teuer gewesen waere und zweitens, weil ich auf keinen Fall nach Hause zurueck kehren wollte, ohne vorher mal in einem Ryokan uebernachtet zu haben! Das komplette Haus ist aus Holz gebaut, ueberall finden sich Reispapierschiebetueren und die Tueren sind dermassen niedrig, dass ich mir bestimmt schon ein dutzend Mal den Kopf gestossen habe! *autsch*

Die Zimmer sind mit Tatamimatten ausgestattet (ist uebrigens auch eine Messgroesse, etwa „ich habe ein 6 Tatami Zimmer“) und abends wird ein Futon ausgerollt, auf dem man dann schlaeft. Generell gibt es hier sowieso keine Matratzen, man schlaeft auf wirklich harten, harten Untergruenden. Aber irgendwie gewoehnt man sich dran…

Nach Hiroshima bin ich in die Heimatstadt von Jun gefahren, Matsuyama. Sehr nette Stadt mit dem aeltesten Onsen Japans. Ein Onsen ist ein oeffentliches Badehaus, das meist ueber mehrere, verschieden temperierte, Becken verfuegt und in dem man sich richtig gut entspannen kann. Nachdem ich in Kyoto das erste Mal in solch einem Onsen war, bin ich suechtig. Und das Beste ist, dass die selten mehr als 3 EUR Eintritt kosten! Die JuHe in Matsuyama war auch die bisher „westlichste“, hat mich ein bisschen an die Hostels in Neuseeland erinnert, auch vom Publikum her sehr international…am zweiten Tag bin ich dann morgens auf die Burg gestiegen, von der aus man einen traumhaften Ueberblick ueber die ganze Stadt, bis hin zum Meer hat. Allerdings tauchte dann schon wieder ein altbekanntes, und von mir verfluchtes, Problem auf. Ab etwa 10:00 ist es ind en meisten Staedten Japans so verdammt diesig und smogverhangen, dass einem kaum gute Bilder gelingen! Selbst nachmittags, wenn die Sonne tiefer steht und man durchaus sattere Toene erwarten sollte, ist alles noch sehr „blass“ und „stumpf“…da wird wohl einiges an Photoshop noetig sein, wenn ich nach Hause komme 😀

Nach Matsuyama bin ich weitergefahren nach Kochi. Das hat zwar nicht besonders viel zu bieten, dafuer aber die Fahrt (5h) dorthin. Undzwar faehrt der Zug durch Schluchten, Taeler, an Fluessen vorbei und ueber wahnsinnige Bruecken etc. Eine schoenere Strecke hab ich bisher nicht erlebt! Das Hostel in Kochi hatte auch fast schon Hotelstandard und war zudem auch noch recht guenstig. Hut ab! Selbst das traditionelle japanische Fruehsteuck (Reis, Misosuppe, Ei, irgendwas Eingelegtes) war sehr gut! Allerdings bin ich in Kochi besonders intensiv auf ein japanisches Phaenomen gestossen, naemlich die allseits bekannte Freundlichkeit. Ich bin also in dieses Cafe gegangen, um mir, wer haette es gaehnt, einen Kaffee zu holen und sowohl beim Rein-, als auch beim Rausgehen begruessten mich alle, wirklich alle Angstellten mit einem ohrenbetaeubenden „KINNICHWA GOSAI MASU!“ bzw. „ARRIGATO GOSAI MASU! SAYONARA!“…welch Stolz auf die Arbeit, sowas sollte man mal in der Teedose einfuehren…

Von Kochi ging es dann weiter nach Fukuoka, wo ich mich gerade in o.g. Ryokan befinde. Fukuoka liegt direkt am Meer (Hafenstadt aus der Meiji-Zeit) und ist ziemlich verregnet…irgendwie scheine ich hier nicht viel mehr Glueck mit dem Wetter zu haben als ihr zu Hause. Aber seis drum, so konnte ich wenigstens den Tag dazu nutzen mir das tolle Fukuoka Asia Art Museum anzuschauen, das z.Z. eine grandiose Ausstellung ueber Buddhastatuen fuehrt. Daneben befinden sich auch etwa 300 permanente Exponate im Museum, die aus allen Teilen Asiens zusammengetragen wurden. Von indischer Hindumalerei, ueber chinesische Kommunismuspersiflagen bis hin zu tibetischen Picassostilen findet sich allerhand in diesem grossartigen Museum! Selbst der, fuer japanische Verhaeltnisse sehr hohe, Preis von etwa 8 EUR Eintritt ist gerechtfertigt.

Morgen geht es weiter nach Nagasaki, der zweiten Stadt mit einer atomaren Zerstoerungshistorie, und am Sonntag werde ich mich dann auf eine sehr laaaange Zugreise nach Tokyo machen, weil mein Japan Rail Pass an diesem Tag auslaeuft. Insgesamt wahrscheinlich etwa 9h im Zug, aber Zugfahren ist hier in etwa so teuer wie bei uns und solange ich den Pass noch habe, will ich das nicht unbedingt ausgeben. Das gesparte Geld gebe ich lieber fuer Souveniers aus!! Und da ich am Sonntag wieder bei Jun lande, werde ich da ein paar Bilder nachtragen. Also einfach Sonntag nachmittag mal reinschauen, bis dahin sollte ichs gechafft haben.

 

Bis bald!

Daniel



Impressionen: Nara – Kobe – Hiroshima
April 12, 2008, 7:07 am
Filed under: Reiseverlauf

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Ein freundliches Laecheln aus dem Land des Laechelns (basses, was ein Wortspiel…) an euch alle daheim!

Ich habe mich die letzten Tage durch mehrere Orte durchgeschlagen, angefangen mit Nara. Das bildet mit Kyoto und Osaka ein Dreieck (damit ihr ungefaehr wisst, wo das liegt) und beherrbergt jede Menge….Tempel! Wer haette das gedacht?! Spass beiseite, Nara`s Tempel wurden als erste zum UNESCO Weltkulturerbe eingestuft (in ganz Japan!) und dim angrenzenden Park findet man den Todaiji Tempel, das groesste Holzkonstrukt der Welt. Sage und schreibe 26.000 Pinien (!) musste dafuer gefaellt werden. Das reicht fuer etwa 400 japanische Haeuser! Und drinnen findet sich ein etwa 25 Tonnen schwerer Buddha…sagenhaft das Ding! Wie schon erwaehnt befindet sich der Tempel im Park udn dieser ist das eigentliche Wahrzeichen von Nara, bzw. das, was dort lebt: 1200 zahme Rehe, die erschrockene Japanerinnen zu Tode aengstigen, dabei nur was zu fressen wollen! Die sind so goldig…

     

Am darauf folgenden Tag war ich in Uji, japanweit bekannt fuer seinen ausgezeichneten Tee. Und genau das habe ich auch gemacht, mich 2h lang durch alle moeglichen Teegeschaefte durchprobiert…am Ende hab ch natuerlich auch welchen gekauft, der wird dann zu Hause zeremoniell zubereietet und verkoestigt! In Uji selbst findet sich auch der Byodojin Tempel, mit der Phoenix Halle, und angrenzendem Museum, wo derzeit 26 Buddhastatuen auf Wolken ausgestellt sind. Tolles Areal!

   

Am naechsten Tag durfte ich frueh aufstehen (Check-Out 8:30…grml) und hab mich aufgemacht nach Kobe und nein, ich habe es nicht probiert, auch wenn die Versuchung verdammt gross war! Aber 130 EUR fuer ein 120g Steak war mir echt zu viel…eine kleine Traene kullerte mir die Wange hinab…Das Hostel in Kobe war auch klasse, direkt am Schrein gelegen (Ausgang durch den Schrein! –> Eintritt gespart…hrhrhr!) und ich war der einzige Gast an dem abend. Der Kerl an der Rezeption war echt freundlich und man hatte einen unglaublich geilen Ausblick vom Wohnzimmerfenster des Hostels aus, ueber Kobe downtown…

Kobe verlassen, Hiroshima ich komme! Wieder mit dem guten Shinkansen Superexpress gefahren und dann erstmal im Hostel (bergauf…*aechz*) Gepaeck dagelassen und auf zur Kriegsgedenkstaette. Das Ganze ist mittlerweile der Hiroshima Peace Park und es steht direkt nebenan der Atombombendom, eins der wenigen Gebaeude, die nach dem Abwurf einigermassen erhalten geblieben sind. Anbei auch das Museum (satte 0,30 EUR Eintritt) wo alles um den Abwurf erklaert, veranschaulicht und beschrieben wird. Ich hab den halben Tag im Museum verbracht und ich weiss nicht, wann mir das letzte Mal so schlecht war vor menschlicher Grausamkeit und Demut gegenueber den Opfern. Wer jemals schonmal intensiv die World Press Photos gesehen hat, der kann das Gefuehl wahrscheinlich nachvollziehen…nach dem Museum bin ich dann zum Hypercentrum gegangen, der Stelle, wo am 06.08.1945 ewa 600m ueber dem Erdboden die „Little Boy“ gezuendet hat…ich hatte einen ziemlich mulmiges Gefuehl.

   

Am naechsten Tag hab ich mich dann aufgemacht nach Miyajima, der „Schrein Insel“. Viele von euch werden das Bild des grossen, roten Torii im Wasser kennen, das stammt genau da her 🙂 Miyajima zaehlt zu den drei schoensten Landschaften Japans und ich kann gut verstehen warum. Inmitten der Berge gelegen, auf einer Insel, viele Tempel in die Landschaft eingearbeitet etc. wirklich schoen dort und so hab ich mich dann einfach mittags mal unter die Pinien gelgt, eine Runde gedoest und das Leben Leben sein lassen….ahhh…herrlich! Ach ja, zahme Rehe gibt es auch dort ^^

 

Bis Bald!



Impressionen: Osaka – Kyoto
April 7, 2008, 5:56 am
Filed under: Reiseverlauf

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Es regnet, ich bin erkaeltet, aber ansonsten geht es mir gut. Der perfekte Tag, um im Internetcafe mal den Blog upzudaten! Und bei einer Tasse Tee im Hostel Musik zu hoeren und etwas zu lesen! Denn heute habe ich das erste Mal meine Reiselektuere angefangen und ich finde es wirklich erstaunlich, dass ich bisher noch nichts gelesen habe…

Wie dem auch sei, heute ist mein vierter Tag in Kyoto und davor war ich in Osaka. Fangen wir doch mit Osaka an. An sich ist Osaka, genau wie Yokohama mit Tokyo, fliessend mit Kyoto verbunden und wenn man aus dem Fenster im Zug schaut, dann weiss man wirklich nicht, wo die eine Stadt aufhoert und die andere anfaengt. Ein ziemlich seltsames Gefuehl und wohl treffend fuer Japan, wo Platz das hoechste Gut ist!

Osaka hat nicht besonders viel zu bieten, aber die Sehenswuerdigkeiten, die es hat sind schon ziemlich beeindruckend. Allen voran natuerlich Osaka-jo, das Schloss von Osaka, das direkt neben dem Geschaeftsviertel liegt und von einem riesigen Garten umgeben ist! Ein traumhaftes Meisterwerk japanischer Baukunst und auch bei den Japanern sehr beliebt. Welch ein Trubel dort herrscht…

Danach ging es weiter Richtung America-mura, das ist ein Viertel, wo hauptsaechlich „amerikanische“ Kleidung angeboten wird, es Tattooshops gibt und ueberall entweder Hiphop oder Rock’n’Roll laeuft! Eine bunte Mischung aus Menschen laeuft einem dort ueber den Weg und das Spektrum reicht vom moechtegern 50Cent, ueber den japanischen Elvis oder Miss Punk-Lolita bis hin zum Dienstmaedchen (ich habe eine wirklich aus einem Geschaeft kommen sehen, wo nur Dienstmaedchenkostueme verkauft werden!) Das Ganze wirkt irgendwie sehr seltsam, hat aber einen gehoerigen Unterhaltungsfaktor!

Auf dem Rueckweg aus o.g. Viertel konnte ich es mir nicht nehmen lassen mal in eine Pachinko Halle zu gehen. Pachinko ist das japanische Nationalspiel, wobei kleine Metallkugeln in einen Automaten geworfen werden, diese dann runterfallen und hoffentlich mehr Kugeln anstossen mit runterzufallen etc. Naja, das Ganze ist mehr Glueck als Koennen und es ist wahnsinnig laut in diesen Hallen. Ich wollte ein paar Fotos machen, aber da kam schon der freundliche Security Mensch mit der halbautomatischen Pistole und sagte zu mir „Bitte keine Fotos, sonst muss ich Ihnen leider mit meinen blossen Haenden die Zaehen aussschlagen, sie zu Pulver verarbeiten und einne Tee draus bruehen. Danke!“ Keine Ahnung, ob er das wirklich gesagt hat, aber in meiner Vorstellung hat er es, schliesslich habe ich kein Wort von dem Japanischen verstanden…

Von Osaka ging es mit dem Shinkansen, dem Hochgeschwindigkeitszug, nach Kyoto, was ganze 15 Min. gedauert hat! Kyoto selbst ist wohl eine der Tempelreichsten, wenn nicht sogar DIE tempelreichste, Stadt Japans. Die Tempel und Schreine werden auf etwa 2000 STueck geschaetzt und 17 Staetten in Kyoto sind als UNESCO Weltkulturerbe eingestuft. Meine Unterkunft ist so eine Mischugn aus exotisch und trashig, aber eigentlich sehr cool. Vor allem aber sehr guenstig. Ich habe es mir natuerlich nicht nehmen lassen einige der Weltkulturstaetten zu besuchen und hier mal einige Bilder davon (sowie dem Shinkansen):

Was ihr dort seht sind der „Goldene Pavillion“, der Daitokuji Tempel und der Kenkakuji Schrein. Alles ziemlich beeindruckend, auch wenn ich so langsam die Lust an all den Tempeln verliere, denn es gibt einfach ueberall so viele davon! Mein Reisefuehrer hat so etwa den Andre-Stil, dass jeder einzelne ganz fantastisch sei und man sich lieber umbringen sollte, als nicht noch den letzten zu besichtigen…

Ganz zum Schluss war ich noch im Ryoanji Tempel, der fuer seinen perfekten Zen-Steingarten bekannt ist und ich habe dort etwa eine Stunde gesessen und einfach nur auf diesen Steingarten geschaut…Erleuchtung, ich komme!!

Bis bald! Euer Daniel



Special: Matcha
April 7, 2008, 5:32 am
Filed under: Gedanken zur Reise

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WIe schon erwartet gibt es hier in Japan jede Menge Nahrungsmittel (resp. Suessigkeiten) mit Matcha, also gemahlenem Gruenteepulver. Wie viele Variationen es davon jedoch gibt, haette ich mir in meinen kuehnsten Vorstellungen nicht traeumen lassen! In Osaka bin ich erstmal auf grosse Shoppingtour gegangen und ich haette bestimmt noch stundenlang weiterkaufen koennen, waere da nicht das schlechte Gewissen, sowie mein Magen, der rebellierend zu mir sagte: „Aufhoeren! Ich kann nicht mehr! Ich bin voller Matcha…“ Neben den Suessigkeiten gibt es uebrigens auch gekuehlten Tee zu kaufen. Gruentee ganz vorne, dann auch Oolongtee (halbfermentiert, zwischen Gruen- und Schwarztee) und auch Tarry Lapsang Souchong als Erfrischungsgetraenk…baeh! (das ist geraeucherter Schwarztee, wer sowas trinkt, isst auch kleine Kinder!)

Jedenfalls hier mal ein paar „Kostproben“ der Matchavariationen…



Impressionen: Kamakura – Nikko
April 2, 2008, 8:49 am
Filed under: Reiseverlauf

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Schon wieder sind einige Tage vergangen und ich habe Tokyo mittlerweile verlassen.

Allerdings nicht ohne vorher noch einmal durch die schoenen Parks zu wandern und mir diverse Kuriositaeten anzuschauen! Wie zum Beispiel diese hier abgebildeten „Maid-Uniforms“, die es in vielen Laeden zu kaufen gibt! Verdammte Fetischgesellschaft 😉 oder das ebenfalls abgebildete, leckere Matcha Haegen Dasz…die spinnen die Japaner!

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Nach Tokyo habe ich mich auf den Weg nach kamakura gemacht, ein kleines (im Vergleich zu Tokyo ist jetzt alles, was ich jemals bereisen werde klein!) Staedtchen, etwa 1h ausserhalb Tokyos mit Anschluss zum Meer. In einer sehr netten Jugendherberge konnte ich meine Sachen ueber Tag lassen und mir die Sehenswuerdigkeiten anschauen, wie zum Beispiel (wer haette es gedacht?!) einen Tempel…ich kann mittlerweile nicht mehr unterscheiden welcher Gottheit die einzelnen Tempel gewidmet sind (meistens regionale Kami, also Shintogoetter) und noch schwieriger ist es die Namen zu behalten, aber allesamt sind sie wundervoll!

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Neben den Tempelanlagen ist in Kamakura auch die Zweitgroesste Buddhastatue Japans beherrbergt. Das gesamtgewicht wird auf etwa 93 Tonnen geschaetzt und meien Guete, das ist ein echt beeindruckender Anblick! Ich habe erstmal ne Stunde vor dem „Daibutsu“, so der japanische Name, gesessen und meinen inneren Frieden gefunden 🙂

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Nachdem ich der Erleuchtung nun ein Stueckchen naeher gekommen war, war die Zeit reif fuer die volle Dosis: den wohl praechtigsten Tempel in ganz Japan, Teil des UNESCO Weltkulturerbes: das Toshogu Mausoleum (fuer den damaligen Shogun Tokugawa)! Eingebettet in dichte Pinienwaelder und zwischen einigen Bergen liegt eben dieser Schrein und ist eifnach nur atemberaubend! So hatte ich mir die Tempel Japans vorgstellt, und ich wurde nicht enttaeuscht…mittendrin hat es auch noch angefangen zu schneien und das gab der Szenerie den letzten Schliff. Ich habe selten vor Ehrfurcht so innehalten muessen, wie in dieser Anlage!

dscf2911.jpg  dscf2916.jpg

Nachdem ich dann irgendwann aus dem Staunen raus war hab ich mich zurueck zum Hostel begeben, gut mit James (aus England, wer haette es geahnt…) aus meinem Zimmer zu Abend gegessen und mich dann am naechsten Tag aufgemacht richtung Osaka, wo ich mich auch gerade befinde!

Leider spielt das Wetter nicht immer mit, oftmals ist der Himmel wolkenverhangen, aber das wird mir nicht die Freude nehmen! Hoechstens schoenere Bildmotive…aber egal! Nach Osaka folgt Kyoto, wo ich wieder mehr Zeit verbringen werde und vielleicht (mit ein bisschen Glueck) im Tempel uebernachten werde.

Also bis dahin!